Rauf fahren um runterzukommen – Forsthofalm

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Ich mag Boutiquehotels, ich mag hervorragenden Service, ich mag einen besonderen Ausblick und ich bin immer wieder auf der Suche nach Hotels mit dem Gewissen „etwas“… und wenn Ihr all das auch mögt, dann seit Ihr im Hotel Forsthofalm genau richtig:

In exklusiver Hanglage, weit weg von allen potentiellen Störquellen, erwartet uns das Holzhotel auf 1050 Meter Höhe. Nach einem Umbau 2013 neu eröffnet, ist das Konzept des 4 Sterne Hotels ein Mix aus modernem Alpen Chic, purer Naturverbundenheit und ganz viel Liebe zum Detail. Ein Hotel, in dem „Naturverbundenheit“ nicht nur groß geschrieben, sondern auch zu 100 Prozent gelebt wird: Denn das Hotel ist größtenteils aus Holz erbaut – vollkommen ohne Leim, Nägel oder Schrauben. Damit ist es das erste Holzhotel des Salzburger Landes und eines der wenigen Vollholz-Hotels der Welt und genau das riecht man auch sofort, wenn man durch die Haustür eintritt. Die behagliche Atmosphäre des Hotels verzaubert uns von der ersten Minute an und die österreichische Gastfreundlichkeit tut Ihr übriges um sich sofort Zuhause zu fühlen. Hier kommt man an und weiß, dass man den Pkw in den nächsten Tagen nicht bewegen möchte – nicht nur, weil ganz viel Neuschnee angesagt ist… Der perfekte Ausgangspunkt zum Wandern oder Skifahren.

Wenige Minuten vorher geht es allerdings erst mal steil bergauf, als wir die Hauptstraße verlassen und unsere geliehene Knutschkugel den schmalen Forstweg nach oben quälen. Dieser ist von Schildern gesäumt, aber sehr schmal und wenn einem ein Auto entgegen kommt, muss man schon mal ein Stück rückwärts fahren. Alternativ gibt es einen Hotel eigenen Shuttle, bei dem man das eigene Auto am Fuß auf einem Parkplatz stehen lassen kann und dann bequem nach oben gefahren wird. Definitiv zu empfehlen, gerade wenn so viel Schnee liegt, dass ohne Allrad- oder Winterreifen nicht mehr all zu viel geht.

Unser Zimmer ist ein „Klein Eden Zirbe“ – mit 35m² wirklich großzügig geschnitten und mit wunderschönen Blick auf die Skipiste. Das moderne Bad mit Fußbodenheizung und Handtuchheizkörper hat ein separates WC und eine Badewanne. Absolutes Highlight: die köstlich duftende hauseigene Seife mit passendem Badesalz. Wände, Bett, Schrank und Sitzgelegenheit: fast alles ist aus Holz gefertigt und die Zimmer verfügen über kostenfreies WLAN.

Direkt vom Hotel kann man mit dem Lift in das direkt angrenzende Skigebiet fahren und hat dann die Möglichkeit auf fast 300 Pistenkilometer die Sau raus zu lassen. Wenn man die letzte Abfahrt hinter sich hat – durch die perfekte Lage endet die Skisause natürlich erst direkt an der Schwelle zum Hotel – oder aber nach einer Winterwanderung durchgefroren wieder unten ankommt, gibt es für mich nur noch einen Gedanken; für was soll ich mich zuerst entscheiden – Bio-Sauna, die Finnischen Sauna oder doch das Dampfbad?

Winterwandern (1)

Winterwandern (2)

Recht schnell fällt die Entscheidung auf die finnische Sauna, denn hier lockt ein Aufguss mit Kräutern aus der umliegenden Bergwelt auf uns. Zwischen den Abschlägen wird uns ein frisch aufgeschnittener Apfel gereicht und die Wärme kriecht uns in die Knochen. Was uns ein bisschen gewundert hat; die Zeiten der Sauna Aufgüsse sind einmal an Nachmittag und der zweite ist immer während der Abendessenszeit, dies ist in meinen Augen etwas schade, da man sich dann nicht mehr in Ruhe nach dem Aufguss fertig machen kann um zu Abend zu essen.

Weiter wartet auf dem Hoteldach der türkis glitzernde Außenpool, der dampfend in malerischer Kulisse der Kälte trotzt. Es gibt einen ganz tollen Ruheraum auf einer Art Galerie über den Saunen. Hier riecht es, wie überall, total gut nach Holz und man kann auf großen Doppelmatratzen das Bergpanorama so richtig genießen. Den beiden anderen Ruheräumen (einer am Fuß der Treppe zur Galerie und ein zweiter, mit Wasserbetten ausgestatteter, nur ein paar Schritte entfernt) fehlt es für meinen Geschmack noch etwas an Charme. Das sonst so super gemütliche Farbkonzept durch Pastelltöne in Kombination mit Holz wirkt hier einfach nicht so stimmig, wie im restlichen Hause. Am Samstag, als wahrscheinlich auch einige weitere Gäste da waren, die „nur mal eben für ein Wochenende vorbei kommen“, war es im SPA Bereich fast ein bisschen zu eng und wenn man aufgestanden ist, stand sofort jemand neues Parat um den Platz auf der Liege einzunehmen. Im Sommer wird dies durch die große Dachterrasse sicher kompensiert, im Winter fehlt es etwas an Platz.

Ein weiteres Highlight liegt auf der anderen Seite der wunderschönen Holzbrücke; sobald man die Tür vom Wellnessbereich öffnet schlägt einem der ganz besondere Geruch von Holz, Natur und einer unglaublichen „Frische“ entgegen, sodass man ganz kurz überlegt, ob man nicht genau hier stehen bleibt, statt sich weiter in den SPA- und Massagebereich zu begeben. Dort angekommen fallen einem sofort die vielen kleinen Töpfe auf, denn das Hotel stellt Öl, Cremes, Peelings und Wickel aus handgepflückten Kräutern selbst her, und die Spuren davon, sieht man überall: getrocknete Kräuterbündel an der Wand, Einmachgläser mit exklusiven Flüssigkeiten und Schälchen mit zerstoßenen Pflanzen. Diese werden im eigenen Hotelkräutergarten und den umliegenden Wiesen gesammelt um daraus die Kosmetik zu machen. Jeder Gast kann so ganz individuell behandelt werden und vor der Massage können wir aus mehreren Ölen und Kräutern unseren persönlichen Favoriten zusammenstellen, mit denen wir dann behandelt werden. Im Tagesprogramm werden manchmal auch Salben-Workshops angeboten; hier kann man sicher das ein- oder andere dazu lernen und nachher eine tolle Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Nach einer wohltuenden Massage geht unsere Reise wieder über die Brücke (Achtung: tief einatmen, denn es duftet wieder wunderbar nach Holz) in den Wellnessbereich um noch ein bisschen zu entspannen. Den ganzen Tag über kann man sich an verschiedenen Kräuter-Wassern und Bio-Tees bedienen und dazu ein bisschen getrocknetes Obst oder Nüsse naschen. Das Fitnessstudio ist mit Fahrrädern, Laufbändern und Crosstrainern ausgestattet. Kombiniert mit einigen Gewicht-Scheiben ist es nicht riesig, aber absolut ausreichend. Besonders erwähnenswert ist das professionelle Fitnessangebot; Vom 30-Minuten Morgengruß, über 90 Minütige Yoga-Einheiten bis hin zu Training mit Hantelstange und Gewichten ist jeder Tag bunt durch gemixt und bietet zusätzlich noch Aktivitäten vor der Haustür wie z.B. das Winterwandern.

Brücke
Yoga und Fitnesskurse bei kompetenten und motivierten Trainern – so macht Urlaub Spaß!

Am Abend werden wir von einem fünf-Gänge-Menü erwartet, bei dem man zwischen „Vegetarisch“ und „mit Tier“ wählen kann. Der Nachhaltigkeitsgedanke wird dabei auch in der Küche fortgesetzt. Verarbeitet wird, was entweder vor der Haustüre wächst oder aus der Region stammt – und das schmeckt man! Das Ambiente läd zum gemütlichen Dinner ein und dadurch, dass es keine festen Tische gibt, kommt man schnell mit verschiedenen Personen ins Gespräch – wenn man den möchte. Vorweg gibt es frisch gebackenes Brot mit Dip oder toller Butter. Die Portionen sind angenehm und man geht weder überfressen noch hungrig aufs Zimmer.

Am Freitag Abend gab es ein Meet & Grill zum Abendessen, bei dem kleine Häppchen direkt auf dem Grill zu bereit und an Stehtischen daneben serviert werden. Hierbei kommt und man leicht mit anderen Gästen und auch mit dem Hotelpersonal ins Gespräch. Unsere Gastgeber waren dabei zwar immer präsent, aber niemals aufdringlich und wir haben wirklich einen tollen Abend verbracht, bei dem man sich als Gast geschätzt fühlt.

Kleiner Abstrich: das Hotel-Restaurant ist recht eng möbliert und manchmal musste man den Servicekräften etwas anreichen oder abnehmen, da die Tische neben uns auch belegt waren und so nicht genug Freiraum war, um von beiden Seiten an den Gast ran zutreten.

Der Tag darauf beginnt mit dem Yoga-Morgengruß und einem fantastischem, ausgedehnten Frühstück vom Bufett. Auf dem Tisch liegt zudem die Hotelpost mit Informationen und Tipps für den Tag bereit und wir wurden sofort gefragt, ob wir Kaffee trinken möchten. Das Buffet ist nicht riesig, aber alles ist wieder regional, BIO und irgendwie exklusiv. Besonders der moderne Brot-Tresen und die Holz-Aufbewahrung des Käses in einem einsehbaren Holz-Kühlfach begeistert uns durch die Liebe zum Detail.. Die Croissants sind noch warm, wenn man sie aus dem Fach nimmt und unglaublich köstlich. Die Pancakes und Eierspeisen werden nach persönlichen Vorlieben frisch zubereitet und im Bar-Bereich kann man sich frischen Saft pressen. Die Müsliauswahl kann durch verschiedenste Nüsse, Obst oder Kerne individualisiert werden, für die Veganer gibt es ein extra Fach mit Milch, Butter und Aufstrich. Die Käseauswahl ist regional, frisch und einfach nur lecker. Getoppt wird alles von der Biotee-Auswahl und dem frischen Smoothie, der leicht scharf schmeckt.

Fazit: Das Hotel ist perfekt für Menschen, die die Natur lieben, gerne aber auch den Luxus eines tollen Hotels mit hohem Standard genießen.

 

Abschied
Verabschiedung – so persönlich !
Lounge
Gemütlichkeit….
Pool (2)
Pool im Schnee

Morgenstimmung

Diese Reise entstand durch die Seite Wellness Heaven und ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen sowie bei der Forsthofalm für die fantastische Unterbringung und diesen wundervollen Kurztrip in die Berge. Definitiv werden wir mit Hunden und Partner nochmal bei Ihnen zu Besuch kommen…

Yoga
verbringe jeden Tag einige Zeit mit der selbst
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Das Kranzbach: mein Berg-Debüt mit Dauerregen

Sonnenstrahlen

Da ging es also los. Im September haben wir uns unsere Sachen geschnappt, die Hunde ins Auto geladen und den Weg einmal quer durch Deutschland gewagt. Und die Fahrt hat sich gelohnt…

Ich habe im Vorfeld schon viel Positives über das Hotel gehört; auch im Architektur-Studium hatten wir über die besondere Architektur und das einmalige Vorkommen in Deutschland gesprochen. Die Baupläne für das Schloss lieferten die bekannten englischen Architekten Blow und Billerey in der Stilrichtung der englischen „Arts and Crafts“ Bewegung und so war ich sehr gespannt wie es mir gefallen würde.

Wenn man die lange Auffahrt zum Kranzbach hochfährt sieht man zuerst einmal nur das tolle Schloss auf einem parkähnlichen Grundstück. Der feine, helle Kiesweg unter den Reifen quietscht leise wie man es sonst nur aus alten Filmen kennt. Zur Rechten befindet sich das das kleine Torhaus, welches auch als Unterkunft dient. Aber wo ist er, der neue Gartenflügel mit den Zimmern, die mir im Internet so gut gefallen haben? Wenn man genau guckt, lässt er sich rechts hinten schon erahnen, aber dafür muss man wirklich wissen, wo man hingucken muss. Die Kombination aus Alt und Neu, aus Schloss und Moderne, aus Ursprung und Anbau ist perfekt umgesetzt. Die alten Gemäuer ragen frei und stolz vor traumhafter Bergkulisse empor und ziehen alle Blicke auf sich, der moderne Gartenflügel ist in den Hang gebaut und nimmt sich dezent zurück um dem Schloss im ersten Moment die ganze Wirkung zu überlassen.

Auffahrt

Der Stil des Kranzbach hat vor allem mich Mitten ins Herz getroffen und wurde durch den nahezu perfekten Service und den traumhaften Wellnessbereich ergänzt. Wir hatten ein Doppelzimmer im modernen Gartenflügel gebucht und die Nähe zum Ausgang am Torhaus kam uns mit Hunden perfekt entgegen. Das Zimmer lag im vorletzten Untergeschoss und hatte dadurch den großen Vorteil, dass die Hunde nicht, wie im untersten Geschoss, über die Terrasse auf die Liegewiese laufen konnten sondern durch den Balkon abgehalten wurden. So stand  der frischen Bergluft in unserem Zimmer nichts entgegen und ich würde allen reisenden mit Hund dieses Zimmer uneingeschränkt weiter empfehlen. Der Blick über die Wiese in die saftig grünen Tannenwälder, auf die Zugspitze und nicht zuletzt auf den Aussenpool und das Badehaus: ein Zuhause auf Zeit! Wir waren angekommen.


Ich weiß nicht wie genau es passiert, aber es passiert einfach; kaum ist man da, lässt man die Seele baumeln und die tiefe Ruhe der Umgebung in den Körper sickern. Im Badehaus erwartete uns eine Wellnessoase, die wir vorher so noch in keinem Hotel erlebt hatten. Alles ist modern, weitläufig und hell, und trotz dessen ist es ruhig und gemütlich. Das Kaminfeuer prasselt direkt neben dem Innenbecken, der Whirlpool draußen bläst tapfer Luftblasen gegen den Regen an und im Badehaus wurde gerade fantastischer Kirschstrudel aufgetischt, der auf ganzer Linie punkten konnte.

Besonders gut hat uns gefallen, dass es im „Bikinibereich“ neben den beiden Außen Pools und dem Innenpool auch noch eine Dampfsauna gibt, die man mit Badekleidung nutzen kann und so nicht zwischen schwimmen und saunieren immer die Kleidung an- und austüteln muss. Da sitzt man also, lässt sich von tollen Nadelholzaromen die Nase freipusten und blickt durch die Panoramafenster mitten in die traumhafte Natur. Getoppt wird dies eigentlich nur von den Ruheräumen im Saunabereich, die einem das Gefühl geben, die umliegenden Bäume sind nur einen Fingerzeig entfernt. Das Hotel wird, sowohl im Wellnessbereich als auch beim Essen, nur von den Hotelgästen genutzt und ist damit herrlich privat und man kann die Zweisamkeit ausgiebig genießen.

Das Frühstück war fantastisch! Die Speisen werden größtenteils aus Bio-Produkten der Region hergestellt, es gibt eine riesen Auswahl an Käse, sorgsam platziert in Glaskästen, die seinesgleichen sucht. Im Hauseigenen „Saftraum“ reihen sich die Kisten frisches Obst und Gemüse aneinander und warten darauf, in köstliche Säfte und Smoothies verwandelt zu werden. Über losen Tee, Champagner und Eierspeisen, geht es mit selbstgebackenen Brot und Brötchen weiter und endet erst bei Süßspeisen wie frischen Waffeln. Uns hat es definitiv an nichts gefehlt und unser bisheriges „Lieblingsfrühstück“ (dass es übrigens im „Fährhaus“ auf Sylt gibt) wurde getoppt.

Das Mittagessen mussten wir darum aus Platzgründen im Magen auch ausfallen lassen und Abends geht es mit Salatbuffett, 4 Gängen und abschließenden Käsebuffett weiter. Großzügige Gastlichkeit und herausragender Service sind keine leeren Worte sondern werden mit einem Lächeln auf den Lippen gelebt. Auch für mich als Vegetarierin wurde immer mit Raffinesse und Pfiff gekocht.

Die Einrichtung ist im Kranzbach angepasst an die Räumlichkeiten; im Mary Portman House entdecken Kenner Designklassiker wie die „Bubble Lamps“ von Georg Nelson oder die „Egg Chairs“ von Jacobsen. Im Gartenflügel hingegen dominieren Naturmaterialien, minimalistisch kombiniert mit Glas und im Zusammenspiel mit der Natur. Für Architektur- und Designfans ein absolutes Schlaraffenland!

Die Gastlichkeit den Hunden gegenüber verdient noch ein besonderes Lob; an mindesten 3 Plätzen um das Gebäude rum gibt es große Kisten mit frischen Handtüchern für die Hunde. Am Ausgang der Tiefgarage ist sogar eine Hundedusche für die besonders dreckigen Kandidaten. Auf den breiten Wanderwegen in der Umgebung durften die Hunde überall ohne Leine laufen, an einigen schmaleren Wegen wird man durch Schilder aufgefordert, die Hunde anzuleinen. Zudem gibt es extra Zeiträume, an denen Hundetrainer vor Ort sind und Seminare/Workshops geben. Daumen hoch für 4 Pfoten!

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Da wird man ja vor lauter „Nichtstun“ ganz müde…

Da wir leider nur 3 Tage in diesem wundervollen Hause verbracht haben, unter Garantie aber wiederkommen werden, spare ich mir das Feedback über das Sportangebot und die Wanderwege erst einmal auf. Denn wir hatten die gesamte Zeit Dauerregen, wie wir ihn eigentlich nur von uns oben an der Küste kennen. Trotz dessen hatten wir uns einen Vormittag die inkludierten Mountainbikes geliehen und sind auch viel mit den Hunden draußen gewesen; denn eigentlich gibt es nicht viel Schöneres, als sich während einer Wanderung schon auf das „Nachhausekommen“ zu freuen, auf die warmen Saunen, das knisternde Kaminfeuer und vor allem darauf, dass sich das Personal freut, einfach nur, weil man da ist.