Meerweh – Kurztripp ins Aalernhüs

Sonntag (104)

Manchmal muss man gar nicht so weit reisen, um sich eine kleine Auszeit zu gönnen. Mit der Familie und den Hunden macht dies natürlich noch mehr Spaß und so hieß es Anfang Januar mal wieder: „Koffer packen“ und Richtung Meer! Untergekommen sind wir im „Aalernhüs“ – friesisch für „Elternhaus“ – und somit fing das neue Jahr mit einem entspannten Kurzurlaub in Sankt Peter-Ording ganz schön großartig an.

Mit 62 Zimmern und Suiten ist das Aalernhüs gerade noch so „Boutique“ – die Zimmer sind mit 30-85m² verhältnismäßig groß und an unserer Juniorsuite gab es nichts auszusetzen. Generell sind schöne Orte leicht ins Herz zu schließen und bei einem tollen Zimmer sehe ich schnell Herzen – trotzdem haben wir es schon oft erlebt, dass uns „das gewisse Etwas“ nicht erreichen konnte… Das war hier definitiv nicht der Fall – obwohl ich von außen zuerst bedenken hatte, dass es genau so weit kommen könnte…

Sonntag (110)

Das Hotel ruht auf den alten Mauern des Hotel „Vier Jahreszeiten“, welches einem Brand zum Opfer gefallen ist und wurde ursprünglich als Apartmentanlage gebaut. So wurde es uns jedenfalls im Dorf erzählt. Manche könnten das Hotel außerdem aus der Fernsehserie „Gegen den Wind“ kennen – wobei sich seit dem der ein oder andere Umbau ergeben hat. Es ist schön und vor allem ruhig in eine Garten- und Parkanlage integriert die direkt an einen Wald grenzt. Der Parkplatz ist groß und direkt vor der Tür. Von außen ist die Fassade leider nicht mehr die neuste, es sind Grünbeläge auf der weißen Farbe zu sehen und durch eben den großen Parkplatz kommt man mit dem Auto nicht eine tolle Auffahrt hoch oder auf einen chicen Eingang zu sondern ja, steht erst mal mitten auf einem Parkplatz und muss sich orientieren, wo es denn wohl rein geht. Dies ist (jedenfalls für uns persönlich) aber auch das einzige Manko gewesen und wenn es mehr nicht ist, ist doch alles perfekt, oder?

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Ich habe mich im voraus unglaublich auf den kleinen Abstecher ans Meer gefreut und das Wetter meinte es so, so gut mit uns. Es war klirrend kalt, der Wind fegte nur so durch die Jeans, aber die Sonne schien – das perfekte Wetter für Winter am Meer; den Wellen beim Rauschen zuhören, den Hunden beim toben zuschauen, die Weite am Strand und danach durchgefroren am warmen Kamin in der Lobby wieder aufwärmen.

Gleich nach dem Check in überzeugte uns der Service auf voller Linie. Als Begrüßungsgetränk wurde uns die Karte mit freier Auswahl (Kaffeespezialitäten, Sekt, Cocktails,…) gereicht und wir konnten erst mal in der gemütlichen Lobby ankommen.

Das Aalernhüs verfügt über Zimmer und Suiten für jeden Anspruch. Ob als Paar, mit der Familie, mit Freunden oder für den Urlaub mit Hund; wir sind in 3 Juniorsuiten untergekommen die, jede für sich, sehr schön war, wobei alle drei verschieden aufgebaut und gestaltet gewesen sind. Zwei der Suiten bestanden aus Schlafzimmer mit integriertem Wohnbereich, einem Ankleidezimmer und einem Bad. Hierbei jeweils eins mit Dusche und eins mit Badewanne. Die dritte Suite hatte ein getrenntes Wohnzimmer mit zusätzlich ausklappbarem Bett, dadurch zwei Fernseher (einer im Wohnzimmer und einer im Schlafzimmer), eine große Garderobe und ein recht kleines Bad mit Badewanne. Begeistert hat uns der außergewöhnlich großzügige Platz für Kleidung durch das Ankleidezimmer, die im Ankleidezimmer installiert Kofferablage sowie die vielen Ablagemöglichkeiten im Badezimmer. Hier standen auch mehre Pflegeprodukte der Marke „Rituals“ zur Auswahl sowie weiter Hygieneprodukte.

Überall im Hotel und in den Zimmern sind liebevollen Details & maritime Elemente zu finden, die den Bezug zur Nordsee geschickt umsetzen; Leuchttürme an den Wänden und maritime Farben in den Zimmern, die sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen, Treibgut oder Arrangements aus Dünengras in der Sauna, Wellenförmige Fliesen,….

SPA (3)

Der SPA Bereich ist sehr sauber und wirkt recht frisch renoviert. Während unseres Aufenthalts war der Fitnessraum auf Grund von Renovierungsarbeiten gesperrt. Auf über 1.000m² präsentieren sich alle Bereiche sehr hell, freundlich und durch Dachfenster selbst im Winter Tageslicht durchflutet. Die Einzelnen Wellness-Zonen sind mit durchdachten Farbkonzepten in Szene gesetzt; Im Saunabereich dominieren Erdtöne kombiniert mit oben erwähnten Naturmaterialien. In der Biosauna sind unter anderem Baumstämme als Sitzmöglichkeiten installiert. Der Ruheraum wird durch Rottöne gestaltet und verfügt über bequeme Liegen, im Swimmingpoolbereich dominieren Blautöne. Vom Whirlpool und dem angrenzenden Ruheraum aus hat man einen tollen Blick in den Garten und auf den Außenpool, der allerdings zur Winterjahreszeit geschlossen ist. An mehreren Stellen stehen Kräuterwasser zur Selbstbedienung bereit. Insgesamt kann man also in zwei Pools, einem Whirlpool, der Biosauna, der finnischen Sauna und dem Dampfbad sowie in insgesamt neun Behandlungsräumen jede Menge Entspannung finden und den Tag ganz individuell gestalten.

Wem all das nicht genug ist, dem steht noch das umfangreiche SPA-Angebot zur Verfügung; von klassischen Massagen über tolle Bäder und Peeling bis hin zu kosmetischen Behandlungen sind hier kaum Grenzen gesetzt. Hierbei sollte man beachten, dass ein zeitiges Reservieren im Voraus nicht nur Sinn macht um die Vorfreude zu steigern, sondern auch um überhaupt noch einen Termin ergattern zu können. Das freundliche und gut geschulte Personal spricht am Anfang der Anwendung individuell ab, ob man eher eine „Wellness“ Massage genießen möchte oder ob es ruhig etwas kräftiger zugehen kann. Leider war es mir persönlich trotz rechtzeitiger Reservierung nicht möglich, kurzfristig die gebuchte Massageanwendung in eine Andere zu tauschen. Nachdem ich mich im Internet selbst von mehren Bloggern und Bewertungsportalen inspirieren lassen habe wollte ich unbedingt die Anwendung mit frischer Aloe Vera testen. Als ich nun vor Ort zu meinem „Wunschbrunnen“ abgeholt worden bin, hat die aufmerksame Damen direkt auf das frisch aufgeschnittene Aloe Vera Blatt verwiesen, welches auf Grund meiner Anfrage bereits im Anwendungsraum auf mich wartet. Solche Kleinigkeiten und der individuelle, familiäre Umgang mit den Gästen ist das, was ein Spa-Erlebnis perfekt macht!

SPA (8)

Wem jetzt die frische Nordseeluft, der Geschmack nach „Meer“ auf den Lippen, der großzügige Wellnessbereich und die tollen SPA-Anwendungen noch nicht genug sind, der kann in einem der zwei erstklassigen Restaurants, in denen norddeutsche und internationale Küche auf wirklich hohem Niveau angeboten werden, Platz nehmen und sich von dem äußerst aufmerksamen Servicepersonal so richtig verwöhnen lassen.

Am Freitagabend wurde uns ein Buffet mit regionalen Köstlichkeiten und einer Live Cooking Station präsentiert. Neben Suppe gab es eine tolle Salatauswahl mit individuell zu kombinierenden Toppings, hausgemachte Salate, eine riesige Auswahl an kalten Vorspeisen mit verschiedenen Fischsorten, Ente und eine tolle Käseauswahl. An der Live Cooking Station wurden regionale Fleisch- und Fischsorten für jeden Gast einzeln frisch zubereitet; dazu gab es Nudeln, Kartoffeln oder Gemüse. Das Dessert war sowohl süß, mit Pudding, Saucen und Obst, als auch deftig durch die Käseplatte und frisch gebackenes Brot gestaltet. Alles in einem kleinen, sehr familiären Rahmen und mit einem Servicepersonal, dem jedes leere Glas aufgefallen ist. Hier hat einfach alles gestimmt. Am Samstagmorgen hatten wir auf dem Frühstückstisch das Menü für den Abend liegen; 3 Gänge, leider nicht für Vegetarier geeignet. Nach kurzer Absprache wurde uns ganz individuell und nach unsere Wünschen ein Pastagericht angeboten (alternative Gemüsepfannen, ein Risotto, oder oder…) und dieses ist Abends auch sehr schmackhaft umgesetzt worden. Das Steak war auf den Punkt und die Beilagen ebenfalls knackig. Der Vorspeisesalat wurde uns statt mit Parmaschinken mit einer leicht angebratenen Avocado serviert – ich sag Euch: zum reinlegen!! Eigentlich hatten wir nach der Vorspeise schon keinen Hunger mehr, da uns die aufmerksamen Kellner (wieder mal; immer Aufmerksam) immer mehr von dem sagenhaften, frischen Brot mit gesalzener Butter gereicht haben Die „beschwipsten“ Kirschen mit einem Vanilleschaum waren ebenfalls super lecker und ein runder Abschluss zu dem tollen Essen.

Die Lobby wird am Abend mit der angrenzenden Theke und dem Gaskamin im Mittelpunkt zur Lounge mit gemütlichem Licht und dem ein oder anderem Brettspiel. Es war gut besucht, aber nie voll und die Hunden durften zu unseren Füßen liegen und zuschauen, wie wir die leckere Cocktailkarte durchprobierten.

Lobby (8)

Lobby (3)

Das Frühstücksbuffet ist ähnlich fantastisch wie das Essen am Abend. Hausgemachte Fleischsalate reihen sich neben frischem Obst und Gemüse auf den Tischen, das „Birchermüsli“ ist ebenso hausgemacht und direkt neben der großen Schüssel findet man die Inhaltsliste. Man kann sich frischen O-Saft pressen oder sich an einem der fertigen Säfte ausprobieren. Natürlich ist wieder das super leckere, frische Brot und eine Auswahl an Brötchen und Croissants zu bekommen. An der Live Cooking Station kann man sich köstliche Eierspeisen ganz nach seinem Geschmack zaubern lassen und wer dann noch Platz im Magen hat, kann sich selbst ans Waffeleisen wagen und sich frische Waffeln backen. Kaffee, Kaffeespezialitäten und Sekt sind ebenso im Preis enthalten wie heißer Kakao oder der lose Tee der Marke Eilles, welcher ebenfalls am Tisch serviert wird. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass direkt am zweiten Morgen die Servicekraft all‘ unsere Getränkewünsche kannte und sich nur mit kurzem Abnicken vergewisserte, dass wir genau das Gleiche trinken wollten, wie am Vortag. Wen wundert es da, dass wir so vollgegessen waren, dass wir den ganzen Tag keinen einzigen Snack mehr benötigt haben?

So ungern man das Haus aufgrund seiner ganzen Annehmlichkeiten verlassen möchte, so schade wäre es dies nicht zu tun; Sankt Peter-Ording lässt sich sowohl zu Fuß (ca. 20 Minuten bis zum Zentrum) als auch mit den hoteleigenen Fahrrad super erkunden. Hunde sind an der Leine quasi überall willkommen. Mit den „Leinen los“ wird es allerdings etwas schwieriger. Aus anderen Bundesländern oder von anderen Orten sind wir es gewohnt, dass im Winter auf dem Deich oder am Strand eigentlich überall gut erzogene Hunde auch ohne Leine geduldet werden. Dies ist uns hier leider nicht begegnet. Es gibt am Strand zwar großflächige Hundeauslaufzonen, dennoch wird sonst überall großen Wert auf die Leinenpflicht gelegt und als netter Gast haben wir uns dem natürlich unterworfen.

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Für Urlaub mit Hund wäre die Region also für uns persönlich nicht die aller erste Wahl – das Hotel und sein unglaublich aufmerksames Personal ist aber definitiv eine Reise wert – gerade für uns Nordlichter. Durch die viel kürzere Anreise als in die Berge und das super SPA-Angebot lege ich jedem eine Reise hierher ans Herz.

Samstag (55)

Sonntag (97)

 

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magischer Morgen – Panoramahotel Oberjoch

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ein magischer Morgen…. Wandern mit Hans

Im August ging es für uns endlich wieder in die Berge! Gemeinsam mit meiner Schwester, Ihrem Freund und den Hunden fuhren wir die Strecke von Bremen ins höchstgelegene Bergdorf Deutschlands (so wird es jedenfalls beworben). Oberjoch liegt in den Allgäuer Alpen, rund 1,5h von München entfernt und von dort ist es nur einen Katzensprung nach Österreich. Mit rund 1140m über Null und dem Vorzug, dass es in Bayern liegt (was bedeutet: kein Leinenzwang für die Hunde) das vielleicht ideale Reiseziel für uns.

Schon lange hatte ich das Panoramahotel Oberjoch wegen des tollen Werbebild vom Panoramapool auf meiner Bucket-List.

Im Hotel angekommen ging es leider recht chaotisch zu. Unsere Zimmer waren bezugsfertig, obwohl wir bereits um kurz nach 10 Uhr vor Ort waren – wirklich klasse! Die Dame an der Rezeption war sehr freundlich – wie sich im Nachhinein herausstelle aber nicht sehr informiert oder organisiert. Wir bekamen direkt am Schalter die Schlüssel für die beiden Zimmer und je eine Mappe. Auf die Frage, wo wir parken sollten und wie wir aufs Zimmer kämen wurde mit einem Fingerzeig nach rechts und den Worten: „in der Tiefgarage und die Zimmer liegen im 1.Stock, müssen Sie selber suchen“ verwiesen. Auf dem Zimmer angekommen stellte sich raus, dass die Mappen komplett durcheinander waren; Wellnessanwendungen meiner Schwester und Freund in unserer Mappe, unsere Sachen bei denen, die Zweitschlüssel vertauscht….

Am zweiten Tag saßen wir zur Kaffeezeit in der Lobby und haben uns am wirklich tollen Kuchenbuffett bedient: dabei wurden parallel in einer Sitzecke neben uns neue Gäste begrüßt – inklusive kleiner Einweisung wo was zu finden ist, Besprechung der Essenszeiten und einem Willkommenstrunk. Da wir genau diesen Standard aus anderen Häusern kennen haben wir dann einfach direkt nachgefragt, ob dies die übliche Begrüßung sei und dabei stellte sich raus: diese persönliche Begrüßung wurde bei uns einfach „Vergessen“. Wie so etwas passieren kann ist mir nicht klar, denn selbst wenn man als Stammgast in ein Hotel zurückkehrt ist so eine Begrüßung mit kleiner Erfrischung sehr schön, auch wenn man dann schon die Lage des SPA kennt….

Angekommen in unserem Zimmer sind wir von diesen überwältigt worden. Ja, wir hatten Suiten gebucht, trotz dessen hat uns die Größe und Weitläufigkeit sowie das moderne Ambiente schlicht umgehauen. Unser (Hunde-) Zimmer war komplett mit hochwertigem Holzboden ausgelegt, ein bequemes Sofa mit kleinem Vorleger stand bereit und das Bett ist vor einer wirklich tollen Bildtapete positioniert. Highlight: Der Whirpool in einer Ecke des Zimmers, durch indirektes Licht gekonnt in Szene gesetzt. Das Bad ist durch eine Glaswand abgetrennt und bietet damit beim Zähneputzen den Sichtbezug über den Balkon nach draußen in die Berge. Für die Hunde stehen Näpfe, kleine Leckerei`n und mehrere Kissen bereit.

Auch die Selfness-Suite ist wunderschön, sehr großzügig ausgestattet und sauber. Die Extras wie Billardtisch, Spielekonsole und WiFi waren für meine Schwester und Partner eine echt tolle Überraschung. Der Blick ging hier leider nach draußen auf den Pool und damit auch auf die Baustellte (das diese vorhanden sein würde, wussten wir allerdings bei Buchung).

Sehr schön war auch hier die im Schlaf- Wohnbereich integrierte, große Badewanne. Bad und WC sind sehr modern und sauber. Die Selfness-Suite war mit Teppich ausgestattet, ansonsten genauso modern und schön wie die andere. Parken in der Tiefgarage und WLAN auf dem Zimmer sind kostenlos.

 

Der Wellnessbereich mit seinen 3000m² ist wunderschön. Es gibt verschiedene Saunen und verschiedene Ruheräume. Alles ist nach den 4 Elementen geordnet – im Raum Luft gibt es zum Beispiel schwebende Sitze oder im Raum Feuer einen Kamin. Toll hat uns das Zimmer mit den Wasserbetten gefallen. Die „Panoramasauna“ hat in meinen Augen den Namen nicht verdient, man schaut zwar auf das selbe „Panorama“ wie aus dem Pool, allerdings liegt die Sauna deutlich höher und so schaut man mehr auf Dachflächen und die draußen liegenden Leute als in die umwerfende Landschaft – in unserem Fall auch noch auf die Baustelle. Die Aufgüsse sind toll und sehr professionell.

Blocksauna
Wasserbecken an der Blocksauna

Sonst bietet der SPA-Bereich alles was das Herz begehrt: es gibt einen Innenpool der mit dem Außenpool verbunden ist, tolle Anwendungen und viele verschiedene Themenräume sowie ein kleines Bistro (Frühstück und Mittagssnack inkludiert).

Der Pool wirkt auf dem Werbebild deutlich größer und allgemein ist die Liegefläche draußen sehr knapp bemessen – gerade wenn, wie bei uns, die Sonne vom Himmel lacht. In meinen Augen ist der Pool für die Anzahl an Gästen, die zu unserem Zeitpunkt da waren, einfach zu klein. Wenn die Gäste der Charlets dazu kommen (bei uns noch in der Bauphase), wird es an schönen Tagen draußen wohl wirklich eng – im Innenbereich sind die Liege-Kapazitäten schier unerschöpflich.

Im Pool gibt es eine Liege, bei denen man durch den Wasserdruck massiert wird. Die Wassertemperatur ist super angenehm und Abends ist alles toll beleuchtet. Nur: wo ist das „Panorama“ von der Homepage??? Wir haben mit verschiedenen Kameras probiert das Werbebild aus dem Pool zu fotografieren: ohne Erfolg. In Wahrheit sind mehrere Dachflächen sichtbar und auch der Blick auf die Berge ist lange nicht so ungestört, wie es auf der Homepage wirkt. Trotz dessen ist es ein wirklich toller Wellnessbereich der eigentlich keine Wünsche offen lässt.

 

Kritkpunkt hier: Saunatücher müssen in meinen Augen in so einem Hotel frei zur Verfügung stehen oder bereits im Wellnessbereich ausliegen – leider muss man frische Handtücher bei der Spa-Rezeption „erbetteln“, wenn man sein benutztes Tuch am Vorabend abgegeben hat.

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Panoramapool

Das Essen hat uns wirklich gut gefallen und war immer sehr nett angerichtet. Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig und wird recht schnell aufgefüllt. Sonntags ist die Auswahl noch um ein vielfaches größer als unter der Woche. Es sind sämtliche Kaffeespezialitäten inkludiert. Auf dem Buffet findet man zudem eine große Auswahl an Tee, man kann sich selber Saft pressen und Sonntags gibt es frische Smoothies. Das Abendessen war ebenfalls sehr schmackhaft, für die Vegetarier gibt es eine gesonderte Menü-Karte aus der man wählen kann. Das Käsebuffet befindet sich in der Lobby, nicht mit im Speisesaal. Die Speisen werden sehr schön dekoriert und sind teilweise echt kreativ angerichtet: zum Beispiel frisch gebackene Brötchen in kleinen Ton-Blumentöpfen.

 

Einen Abend waren wir auf der Sportalm. Das Essen hier war in unseren Augen überragend. Es gab zuerst ein Weißbier mit Grapefruit Saft, danach ein riesiges Brett mit Brotzeit (das alleine hätte schon als Hauptmahlzeit gereicht), danach Hirschgulasch an Knödeln, 3erlei Knödel (vegetarisch) oder Käsespätzle. Als Nachtisch wird eine Etagerie mit Marillenknödeln, Apfelkuchen, Eis, Vanillesauce und Kaiserschmarren gereicht. Alles untermalt von toller Live Musik und einem so aufmerksamen Service, wie er im Buche steht. Man rollt danach zurück ins Hotel. Der Sportalm geben wir für diesen unvergesslichen Abend 10 von 10 Punkten!

 

Im Hotel-Restaurant hat der Service bei uns leider nicht sehr gut geklappt. Abends sind wir nur sehr schleppend mit Getränken bedient worden, regelmäßig musste man das Personal aufmerksam machen, dass man noch was bestellen wollte. Am Morgen war es noch schwieriger; wir sind den Servicekräften im Speisesaal hinterher gelaufen um Kaffee zu bestellen, da diese von alleine nicht an unseren Tisch kamen. Auch das abräumen klappte morgens nicht (Abends hingegen schon). Trotz dessen, dass wir an der Rezeption des Service im Restaurant bemängelt haben, änderte sich an der Servicequalität leider nichts.

Die Bar draußen schließt zeitig (ich meine um 22Uhr?) und es ist, ebenfalls mit Nachfrage, nicht möglich, nach dem Abendessen dort noch bedient zu werden. Man muss seine Getränke selber von der Bar drinnen holen und kann sie dann draußen einnehmen – in unseren Augen wäre dies mit wenig Aufwand anders zu gestalten, gerade weil meistens nur 4-5 Grüppchen die laue Nachtluft draußen genossen haben.

Bar
Bar in der Lobby

 

Direkt am Hotel gibt es super tolle Wandermöglichkeiten: entweder auf einen der umliegenden Berge oder (etwas weniger anstrengend) gute Rundwanderwege. An der Rezeption liegt ein Ordner mit Wanderwegen aus. Leider ist auch hier (zumindest bei uns) die Rezeptionistin nicht richtig geschult gewesen. Am ersten Tag fragten wir nach einer Möglichkeit um die Hunde etwas ins Wasser zu lassen. Hier wurden wir darauf verwiesen, dass dies nur mit Auto möglich sei und wir wurden nach Österreich an einen See geschickt. Parkmöglichkeiten dort gegen Null und zudem kostenpflichtig. In den folgenden Tag entdeckten wir in fußläufiger Umgebung mehrere Seen, Bäche, kleine Wasserstraßen. Der Ausflug nach Österreich ist absolut unnötig, wenn man diese fantastische Natur vor der Haustür hat.

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Hoch hinaus und dann genießen….

An einem anderen Tag war die Empfehlung der Dame an der Rezeption mit der Iselerbahn auf den Iseler zu fahren; an der Bergstation sollten wir uns links halten um nach 30-40 Minuten Wanderung in der „Wieghag-Aple“ etwas zu trinken – der selbe Weg führe zurück. Da das Kombiticket mit Bergauf- und Bergabfahrt günstiger ist, entschieden wir uns (da noch davon ausgehend, dass wir auch Bergab fahren würden) an der Talstation für dieses. An der besagten Alm, die an einem tollen Badesee liegt, stellte sich heraus, das wundervolle, verwinkelte Pfade direkt fußläufig ins Tal führen und die angegebene Abstiegszeit zurück ins Tal kürzer ist als der (selbe) Weg zurück zur Bergstation der Iselerbahn. Alternativ kann man auch mit dem Wiehaglift bergab fahren (statt zurück zur Iselerbahn zu laufen), die Bergstation befindet sich direkt an der Alm. Oder, weitere Alternative, die geteerte Straße nehmen, die ebenfalls ins Tal zurück führt. Ich weiß nicht, ob die Rezeptionistin einfach komplett neu und darum so unwissend war oder was genau da falsch gelaufen ist. In Oberjoch sind wirklich fantastische Bedingungen zum Wandern und spazieren gehen und in meinen Augen müssen die Servicekräfte die Umgebung kennen und Gäste entsprechend beraten.

Blick vom Iseler Richtung Österreich

An zwei Tagen haben wir mit Hans, dem Wanderführer des Hotels, Ausflüge unternommen. An einem bewölkten und eher regnerischen Tag haben wir mit ihm die Gegend um den Wildbach entdeckt; schmale Klettersteige, Wasserfälle und fantastische Natur. Hans hat uns Quellen mit feinem Trinkwasser gezeigt, uns wilden Oregano und Salbei erklärt und mit uns einige Kräuter für Zuhause gesammelt. Er kennt sich wirklich fantastisch aus, hat ein unglaublich umfassendes Wissen und jeder, der im Hotel ist, sollte einmal mit ihm losziehen.

 

Für die Frühaufsteher unter uns (und auch allen Anderen) ist die „Sonnenaufgangswanderung“ zu empfehlen. Trotz der unmenschlichen Uhrzeit von 4.30 in der Früh als Treffpunkt an der Rezeption rate ich jedem, diesen unvergesslichen und wunderschönen Ausflug mit Hans zu machen. Im Dunkeln geht es durch den Ort und einen befestigten Wirtschaftsweg hoch auf den Hirschberg. Wenn die Dämmerung einsetzt erreicht man einen schmalen Trampelpfad und dort beginnt das Abenteuer: der Morgentau glitzert, der Nebel hat die Umgebung noch fest im Griff. Zur Linken sieht man den Mond am Himmel stehen, im Osten kämpft sich bereits die Sonne durch. In der Ferne hört man die Kühe mit ihren typischen Glocken läuten und wenn man aufmerksam ist, sieht man am Horizont die Gämse stehen. Meter für Meter geht es mit den Wanderstöcken nach oben (diese kann man kostenfrei an der Rezeption leihen) und als wir gerade oben sind färbt die Morgenröte den Himmel fantastisch ein. Hans erklärt uns, welche der Bergspitzen die Zugspitze ist und wie die anderen Kuppen heißen. Die Kühe kommen neugierig an (jagen unsere Hunde) und irgendwie fühlt es sich perfekt an – einfach magisch!

guten Morgen.....

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so zutraulich (und frech)

Milu

 

Fazit: Insgesamt hat das Hotel noch Potential nach oben; Service und Informationsfluss entsprechen nicht der Sternkategorie eines Premiumhotels. Zimmer und SPA Bereich sind sehr schön und bieten Grund zum wohlzufühlen und verweilen, das Essen ist sehr gut. An der Rezeption und vor allem an der Bar pflegt man einen kühlen Umgang mit den Gästen – einladend und herzlich geht anders. Das Highlight unseres Urlaubs war der tolle Abend in der Sportalm – getoppt wurde dies nur von dem wirklich fantastischen „Hans“ der seinen Job liebt und lebt. Chapeau!
Trotz Mängeln im Service war es eine super tolle Auszeit in einem wirklich schönen, modernen und vor allem sehr, sehr sauberem Hotel. Wir werden definitiv wieder kommen um die Charlets zu testen.