Fährhaus Sylt: 5 Sterne für 4 Pfoten

Nun ist es also so weit, meiner erster Eintrag. Wo fange ich an – wo höre ich auf? Ich stell mir einfach vor, ich möchte eine wirklich gute Hotelbewertung schreiben, eine persönliche und eine, bei der man sich wirklich vorstellen kann, wie es so gewesen sein muss.
Eingebettet in die Dünen von Munkmarschen liegt es, das Fährhaus Sylt. Umgeben von Natur, dem rauen Meer und doch irgendwie in absoluter Ruhe. Ein Ort zum Auftanken und genießen, zum Schlemmen und um sich mal wieder so richtig betüteln zu lassen.

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Fährhaus Sylt

Zuerst ein bisschen was Allgemeines:
Das kleine Hotel (wir haben bei unsrem Rundgang durch das Haus grob überschlagen, dass es wohl so um die 30 Zimmer geben muss) liegt im Osten der Insel und damit auf der dem Festland zugewandten Seite. Von außen waren wir im ersten Moment etwas enttäuscht, da das Hotel so unscheinbar aussieht und man eigentlich mehr auf die große Industriehalle am Meer guckt als auf das schnuckelige Hotel. Für uns, mit Hund, war das Hotel allerdings perfekt gelegen – ein kleines Juwel am einsamen Strand. Dieser beginnt ca. 30 Meter von der Tür entfernt und man konnte jetzt, im November, über eine Stunde am Strand Richtung Kampen laufen und auf den Holzstegen durch die Heide wieder zurück. Früh morgens, so zwischen 7.00 und 10.00 Uhr ist man dabei in der Regel niemandem begegnet und auch die Hunde konnten auf Grund der Einsamkeit problemlos ohne Leine toben (man sollte allerdings immer darauf achten, dass die Hunde auf den Stegen bleiben und nicht in das Naturschutzgebiet laufen. Ansonsten wird wegen einigen Idioten wahrscheinlich auch im Winter bald darüber gewacht, ob man sich an die offizielle Leinenpflicht hält oder nicht – also: bitte bitte bitte, passt darauf auf, wo die Hunde laufen).

Wir hatten jeden morgen wolkenlosen Himmel und konnten sehen, wie sich das Meer langsam den Wattboden zurückerobert, während die aufgehende Sonne orangene Schleier in das helle blau zauberte. Ab und zu hat man sie dann doch entdeckt; andere Menschen, meist Fotografen, die in den Dünen lagen und versucht haben diese morgendliche Stimmung einzufangen.

Das Hotel ist sehr persönlich gestaltet, das Restaurant ist in mehrere kleinere Räume unterteilt. Jeder Speiseraum ist im ganz eigenen, hochwertigen Stil eingerichtet und wir waren nicht die einzigen, die sich an der Rezeption nach den unglaublich hübschen und noch dazu sehr bequemen Stühlen des MARA SAND erkundigt haben. In einem Bereich sind Hunde erlaubt. Da wir ebenfalls Hunde dabei hatten, wurde wir zum Abendessen in diesem Bereich platziert. Dies hat uns nicht so gut gefallen, da wir unsere Hunde zwar mit in den Urlaub, nicht aber mit ins Restaurant nehmen. An einem Abend musste ein so großer, massiver Hund unter unserem Nachbartisch Platz nehmen, dass unsere Servicekraft dadurch regelrecht im Anreichen von Speisen und Getränken eingeschränkt wurde. Als besagter Hund dann noch ordentlich einen Fahren lies, während wir unseren Hauptgang zu uns nahmen, wären wir am Liebsten aufgestanden und gegangen. Ein spontanes Umsetzten war auf Grund von Hotelgröße und Speiseraumgröße nicht möglich, was im ersten Moment ja auch verständlich ist. Ich hätte mir gewünscht, dass man trotz Hund (oder gerade wegen des Hundes) im Voraus gefragt wird, ob man mit diesem oder ohne Ihn speisen möchte und daraufhin der Platz vergeben wird.

Das Zimmer war fantastisch und durch den abtrennbaren Schlafbereich perfekt für Gäste mit Hund. Durch die großen Fenster im Schlaf- und im Wohnbereich konnte man auf das Meer gucken. Die Komfortbetten waren elektrisch verstellbar und sehr bequem. Man kann sich die Kopfkissen an einer Art „Menükarte“ selber aussuchen – was ein Service! Auf die Bitte hin, dass man uns eine alte Decke zur Verfügung stellt, die wir vorsichtshalber über das Sofa legen können (falls ein Hund in unserer Abwesenheit mal drauf springt) wurde umgehend das ganze Sofa mit mehreren Handtüchern und Decken abgedeckt und so zum riesigen Hundebett umfunktioniert – was ein Service für den Hund ! Im Zimmer stand zudem noch ein toller, großer Schaukelstuhl mit einem Lammfell – so kuschelig. Das Badezimmer war mit Fußbodenheizung ausgestattet, was uns sehr gut gefallen hat. Der Duschkopf war am Anreisetag sehr verkalkt und dadurch auch laut, wurde aber umgehend gleich am nächsten Morgen ausgetauscht. An der Decke der Dusche waren unschöne Wasserflecken, allgemein war das Zimmer aber sehr, sehr sauber und gepflegt. Die Handtücher wurden ausgetauscht, auch wenn man diese gar nicht auf den Boden legte (Signal: „austauschen“) sondern sie auf die Heizkörper gehängt hatten. Gut gefallen hat mir, als ordnungsliebender Mensch, dass man im Bad genügend Abstellflächen und genügend Schubladen zum verstauen von Föhn etc. hatte. Für uns persönlich etwas zu viel Werbung: selbst auf der Toilette stand noch ein Flyer mit dem Massage-Angebot. Im gesamten Zimmer war auf dem Couchtisch, Highboard vorm Fernseher, Sekretär, Badezimmer und auf dem Flurschränkchen unglaublich viele Flyer verteilt; Worte von dem, dem und dem, Kissenmenü, Handtuchservice, Minibar Hinweise, Porsche Wochen, Quietscheente inkl. Erklärung, Wäscheservice, Schuhputzservice, Massageangebote, SPA-Angebote,…. Vielleicht könnte man da besser ein tolles, in Leder gebundenes Portfolio erstellen als überall die Hinweise zu verteilen – wie gesagt, ich bin ein Ordnungsfreak! Die meisten Menschen stört das wahrscheinlich gar nicht.

Der Service ist liebevoll, aufmerksam und strahlt echte Herzlichkeit aus.
In allen Bereichen war der Service auf hohem Niveau, voller Engagement und mit einem hohen Maß an Hilfsbereitschaft. Beim Frühstück saß man kaum, als man schon nach Getränkewünschen oder Eierspeisen gefragt wurde, beim Abendessen wurde das Wasser nachgeschenkt, bevor das Glas leer war. Das Buffet beim Frühstück wurde permanent aufgefüllt, nie fehlten Teller oder Besteck. Für viele ist das vielleicht selbstverständlich bei so einem Hotel, wir haben es aber trotz dessen schon anders erlebt. Die Zeitung hing bereits an der Tür, wenn wir um 7.00 Uhr das Haus zum ersten Spaziergang verließen und wenn man wieder rein kam, wurde sofort gefragt wie der Tag war oder ob man Wünsche hätte. Alle waren super zuvorkommend, freundlich, hilfsbereit und bemüht. Ein Sonderlob noch an Herrn Manke, der uns immer ein perfektes Frühstückserlebnis beschert hat.

Das Essen war fantastisch und die Küche immer extrem bemüht Sonderwünschen gerecht zu werden. Auch für mich als Vegetarierin war immer etwas dabei bzw. wurden alle Gänge spontan so umgestrickt, dass ich etwas außergewöhnliches zu Essen bekommen habe (ich erinnere mich an den knall-grünen Spinatecrepé mit Ziegenkäse und Apfelrotkohl – allein wegen diesem werde ich eines Tages zurück kommen in dieses keine Hotel – versprochen!). So etwas wie „Flexibilität in der Menükarte“ sollte man von einem 5 Sterne Hotel zwar erwarten können – ist meines Erachtens nach aber dennoch ein dickes Lob wert! Ein kleiner, negativer Beigeschmack; wie in einer Halbpension üblich, sind keine Getränke (auch kein Mineralwasser) inkludiert, obwohl besagtes Wasser ansonsten 24 Stunden kostenfrei im gesamten Hotel zur Verfügung steht (und sogar 0,5 Liter Flaschen für Golfer, Jogger oder andere Natursüchtige am Ausgang bereit gestellt werden).

In vielen Foren und auch hier unter den Bewertungen steht oft, im „Fährhaus“ gäbe es das beste Frühstück auf Sylt und ja, es ist wirklich fantastisch! Wir haben auf Sylt nur hier gefrühstückt, können darum keinen Vergleich zu anderen Restaurants auf der Insel ziehen, aber es war schon wirklich überragend gut.. Von frisch gepressten Säften, über außergewöhnliche Salate, selbstgebackene Brote und Kuchen, Antipasti, Krabben, Garnelen und Fisch, Kaviar und Parmaschinken bis hin zu Rosenmarmelade und Kräuterhonig ist alles dabei. In kleinen Gläsern und auf großen Löffeln werden die Salate und auch Auschnitt super toll drapiert. Natürlich gibts es auch Müsli, frisches Obst, Jogurt und Heißgetränke. Besonders gut hat uns hier gefallen, dass die Eierspeisen nicht, wie sonst üblich, im Speisesaal zubereitet werden und man ggf. sogar noch Schlange stehen muss, sondern dass man seine Bestellungen am Tisch aufgibt und dann die frischen, individuell zusammen gestellten Omelett an den Tisch gebracht bekommt.

Von 14.00 Uhr bis 16.30. Uhr gab es Kaffee und Kuchen. Wir stehen total (aber wirklich TOTAL) auf Apfelkuchen mit Guss und genau diesen gab es zufällig auch am Samstag. Und was soll ich sagen? Es war der beste Apfelkuchen mit Guss, den wir jemals gegessen haben (und wir haben schon viel Apfelkuchen mit Guss gegessen 😉 ). Dazu gab es (Adventszeit) selbstgebackene Vanillekipfel & Zimtsterne und natürlich noch weitere Kuchen, zwei Torten und kleine, mit frischem Obst belegte, Törtchen. Die ca. fünfzehn Teesorten wurden zur Selbstbedienung auf dem Buffet platziert (der Jasmin-Pearl-Tee war unglaublich lecker!) – die Faulen unter uns können sich diesen aber auch servieren lassen. Ebenso wie Kaffeespezialitäten, Kakao, Wasser und frisch gepressten Säften.

Das Abendessen wird mit 3 Gängen angekündigt, besteht aber in Echt aus 5 Gängen. Als erstes wurden uns drei verschiedene, selbstgebackene Brote an Kräuterquark, Schmalz und Butter (wahlweise gesalzen oder ungesalzen) gereicht. Danach folgte der Gruß der Küche (wow, der Rotebeete – Apfelsalat!), danach das 3-Gänge Menü. Wobei man immer auch Alternativ aus der „a la card“ Karte wählen konnte anstatt des empfohlenen Menü-Gangs. Auf das Essen bin ich ja weiter oben schon kurz eingegangen und sehr viel mehr kann man dazu auch nicht sagen, außer vielleicht noch: selber testen – es ist perfekt!

Der Wellnessbereich ist das einzige, was im Hotel unseren Erwartungen nicht ganz entsprochen hat bzw. bei dem unseren Vorstellungen einfach anders waren. Durch die Größe des Hotels sind die Saunen alle auch sehr klein gehalten – was nett ist und Privatsphäre schafft. Die Außensauna ist für zwei Personen, die Biosauna und das Dampfbad für 3-4, die Finnische Sauna ist mit ca. 8 Plätzen die Größte. Zum Zeitpunkt unserer Reise war aber (trotz der Größe) immer, wenn wir saunieren wollten, Platz in den Saunen frei. Anders sah es am Innenpool aus; hier sind nur vier Einzel-Liegen in den vier Ecken am Pool verteilt. Diese waren an allen drei Tagen, an denen wir im Wellnessbereich waren, belegt. Zudem gibt es eine größere Steinbank am Pool zum Sitzen und eine kleinere am Whirpool. Im textilfreien Bereich gibt es einen Ruheraum, ebenfalls mit Steinliegen. Fünf Stück an der Zahl und durch die Vorformung kann man nur auf dem Rücken darin liegen. Toll; diese sind beheizt – so richtig einkuscheln kann man sich aber trotzdem nicht – sind eben aus Stein… Im Außenbereich waren jetzt, im Herbst/Winter, zwei Liegen aufgestellt. Diese waren dreckig (schmutzige Handtücher danach inklusive), ohne Auflagen und noch dazu so hingestellt, dass man permanent eine Lüftungsanlage (der Küche?) hören konnte. Hier ist Verbesserung dringend nötig! Die Außensauna hingegen ist wundervoll, mit Blick in die Dünen und im Dunkeln wird ein künstlicher Sternenhimmel angeschaltet (Daumen hoch!). Das man diese Sauna für sich alleine hat, macht es zu einem unvergesslichen Erlebnis des Urlaubs (den wo hat man eine öffentliche Sauna mitten in den Dünen schon mal für sich alleine?). Der Whirpool ist wirklich groß und es gibt zwei vertiefte Bereiche, in denen man die Beine rein stellen kann, sodass man auch mit „Fremden“ nicht direkt dicht an dicht sitzt. Die SPA Handtücher sind super flauschig und groß, für jeden liegen zudem auf dem Zimmer zwei Bademäntel bereit. Besonderes Lob auch an die Servicekraft, sie hat uns alles persönlich gezeigt, erklärt und stand immer bei Fragen bereit.

Fazit: für uns definitiv kein „Wellnesshotel“, bei dem man Stundenlang im Wellnessbereich verweilt, sich auf gemütliche Liegen einkuscheln und in die Dünen blicken kann, sondern ein sehr persönliches Luxushotel mit der Möglichkeit, abends zu saunieren oder morgens ein paar Bahnen zu schwimmen.

 

Ach, und zuletzt noch die Hunde:
Hier heißt es wirklich: 5 Sterne für 4 Pfoten !!!!

Es gibt wohl kaum ein Hotel dieser Klasse, dass Hunde nicht nur toleriert sondern sich wirklich freut, wenn man einen Hund dabei hat. Die Hunde wurden persönlich begrüßt, nach Nachfrage bei jedem Kontakt mit Leckerli verwöhnt und haben zum Abschluss sogar jeder ein Geschenk bekommen. Auf dem Zimmer lagen Hundekissen und Leckereien bereit, Kottüten und für jeden Hund zwei Näpfe, sowie Hundehandtücher und ein Schreiben mit Infos. Die Hundezimmer haben durch die Terrasse direkten Zugang zum Garten und dadurch auch zum Strand. Die Hunde dürfen alleine auf dem Zimmer bleiben (auch mehrere Hunde auf einem Zimmer) und man darf sie sogar alleine im Hotel lassen, wenn man das Haus verlässt. Es gibt im Garten einen Hundewaschplatz inkl. Handtüchern. Die Hunde dürfen in einem Teil des Restaurants mitgeführt werden. Für die Hunde ist es wirklich ein fantastischer Ort und die Lage des Hotels ist mit Hund wirklich perfekt.

Wir sind wirklich überrascht und begeistert über so viel Herzlichkeit dem „besten Freund des Menschen“ gegenüber!

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